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Die Mühlen am Gluckertsborn

Am Gluckertsborn im Lösnicher Hinterwald, wo von 1973 bis 1978 römische Siedlungsreste einer größeren Anlage freigelegt worden waren, gab es auch Hinweise auf die Existenz einer von den Bewohnern dieser Siedlung betriebenen Mühle. In diesem Gebiet, vielleicht sogar an gleicher Stelle, wurde im 17. Jahrhundert wiederum eine Mühle errichtet. Am 13. November 1690 erhielt der Müller Hans Peter Emmerich von Seiten der Grafschaft Sponheim die Erlaubnis, am besagten Gluckertsborn diesseits der Mosel im Kröver Reich oben auf dem Berg in der Nähe der Lösnicher Gemarkung eine neue Mühle zu bauen. Sie sollte eine der Grafschaft Sponheim abgabepflichtige Erbmühle sein und nur von den benachbarten Lösnichern und Erdenern genutzt werden können, um die Existenz der anderen Kröver Reichsmühlen nicht zu gefährden.

Diese Mühle, die 1691 fertiggestellt und in Betrieb genommen worden war, stellte sich nach Angaben des Müllers Hans Peter Emmerich schon sehr schnell als zu klein heraus. Am 2. November 1691 erlangt er die  Baugenehmigung zur Errichtung einer zweiten Mühle unter der bereits vorhandenen. Diese Mühlen betrieb Hans Peter Emmerich selbst jedoch nur 5 Jahre, bis er sie am 30. Dezember1696 an seinen Schwiegervater Niclas Born aus Kinheim übertrug. Die Mühlen am Gluckertsborn in der Gemarkung der Grafschaft Sponheim müssen allemAnschein nach noch bis ins 18. Jahrhundert betrieben worden sein. Am 7. August 1772 veranlaßte der sponheimische Truchseß aus Traben-Trarbach den Erdener Schmitges, Erkundigungen über den Zustand dieser Mühlen, einer Landmühle am Gluckertsbornnebst einer Gültmühle, einzuholen, da aus unbekannten Gründen seit längerem keine Pachtgebühren mehr eingegangen waren. Schmitges befragte daraufhin Jost Possen aus Kindel, den Sohn des Müllers Peter Possen, der ihm berichtete, dass nach seinemWissen am Gluckertsborn drei Mühlen gestanden hätten, von denen die 2 oberen seinem Vater gehört hätten. Wegen des Mangels an Wasser hätte sein Vater diese Mühlen jedoch abgebrochen. Eine dieser abgebrochenen Mühlen wäre an Johann Adam Kievel von Erden verkauft worden, der diese im Plänterteich wieder aufgebaut und ebenfalls wegenWassermangel wieder abgebrochen hätte. Die dritte Mühle wäre in Besitz seines Großvaters Niclas Possen gewesen, der dieselbe ebenfalls abgebrochen hätte. Schmitges konnte nach Angaben einiger älterer Personen weiter in Erfahrung bringen, das Johann Adam Kievel aus Erden die erworbene Mühle vom Gluckertsborn nach Lonkamp verkauft hatte, wo sie in die Kautenbach gesetzt worden war.

Ob der Standort Gluckertsborn im Lösnicher Hinterwald auch in späteren Jahren zum Betrieb einer Mühle genutztworden ist, kann nicht mehr mit Sicherheit gesagt werden. Doch es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich eine Aktennotiz der Wasserpolizei der Bürgermeisterei Zeltingen wieder auf eine dieser Mühlen am Gluckertsborn bezieht. Hier wurde festgehalten, dass Johann Peter Emmerich am 1. April 1851 die von seinem Bruder Jakob Emmerich zuvor erworbene Mühle in Betrieb gesetzt hätte. Jakob Emmerich, der nach Starkenburg verzogen gewesen wäre, hätte die Mühle seinerseits von seinem Vater Christian Emmerich geerbt, der die Mühle neu erbaut hätte. Diese Mühle wäre jedoch mangels Wassers nur einen Monat jährlich in Betrieb gewesen, da sie nur selten ohne zu stauen im Sommer hätte mahlen können und im Winter oft monatelang eingefroren gewesen wäre. Am 2. April 1853 hätte die Mühle abermals ihren Besitzer gewechselt, als Johann Peter Emmerich die Mühle mit Johann Peter Krieger aus Wolf gegen ein Wohnhaus in Wolf eingetauscht hätte.

LHA Kobl., Abt. 33, Nr. 5143
LHA Kobl., Best.33, Nr. 7086
LHA Kobl., Abt.655,123, Nr. 236