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Badeplätze an der Mosel

Am 8. Juni 1925 heißt es in einer Verordnung des Wassebauamtes, dass besondere Stellen an Flüssen zum Baden freizugeben seien. Auf Vorschlag des Bürgermeisters erwies sich in Lösnich die Stelle am Stromkilometer 116,6 bis 117 als geeignet. Am 2. August 1926 gibt der Bürgermeister von Zeltingen zusammen mit der Polizeiverwaltung bekannt, dass rechts des Moselufers getrennte Badeplätze für Männer und Frauen zum Freibaden in Zeltingen eingerichtet werden. Die Badeeinrichtung auf dem Werth an der ürziger Mühle, wo der Bau einer Badeanstalt geplant war, brachte sich des öfteren in die Schlagzeilen wegen angeblich beobachteter  nstössigkeiten im Umfeld der Einrichtung. Desgleichen ereignete sich auch ein “Vorfall” am Lösnicher Bahnhof. In Erden wurde zur Anzeige gebracht, dass bei ürzig Männer und Frauen zusammen gebadet hätten.20 Das führte soweit, dass Bischof Franz Rudolf von Trier am 30. März 1930 mit folgendern Aufruf an die Öffentlichkeit trat wegen sittlichen Schäden im öffentlichen Badewesen:

“Darum müssen gewissenhafte Katholiken und ganz besonders auch die Katholischen Mitglieder der Volksvertretungen, nicht zuletzt die Kommunalen mit allem Einfluß, der Ihnen zur Verfügung steht, darauf dringen, dass endlich wieder bei jeder Art von öffentlichem Baden die Trennung der Geschlechter durchgeführt und das beim öffentlichen Baden in Flüssen, ebenso wie an der See und in den sogenannten Freilicht-Luftbädern wieder allenthalben anständige Badebekleidung getragen werde.
Auch für genügende und wirksame Aufsicht ist zu sorgen, die für die Wahrung der Ordnung, der Schamfhaftigkeit und Sittsamkeit verantwortlich ist und ganz besonders der schamlosen Unsitte entgegentritt, Badeplatz und Badestrand zu verlassen und in Badebekleidung bis an die Verkehrswege vorzudringen oder gar unterschiedslos unter den Geschlechtern im Badeanzug gesellig zu verkehren. Aber heute kann niemand mehr, der ein gewissenhafter Katholik sein will, so harmlos die Preisgabe christlicher Sittlichkeit im Badewesen ansehen. Folgt um Gottes Willen jenen nicht, die von christlicher Sittsamkeit und Schamhaftigkeit, insbesondere auch von echter weiblicher Scham und Zärtlichkeit des Empfindens nichts mehr wissen, die viel mehr in der Abstumpfung des Schamgefühls und der Entspannung der Wechselempfindungen der Geschlechter ein erstrebenswertes Ziel zu vertreten glauben.”

Quelle: LHA Koblenz, Abt. 655,123; Nr. 888